22/10/18 Mannheim

Europa - Zeit zu reden !

Nach einem ersten Austausch haben die Teilnehmer drei Fokus- und Arbeitsgruppen gebildet. Es gaben vier Gruppen. Die erste Gruppe hat die Erfolge, die Errungenschaften und die Vorteile von Europaerfasst. Die zweite Gruppe hat sich mehr auf die Misserfolge, die Entäuschungen, die Zweifel und Ressentiments derjenigen konzentriert, die sich nicht intergriert fühlen. Die dritte Gruppe berichtete über die konkreten Maßnahmen und die neueren Ideen. Zum Schluß wurden die vorläufige Ergebnisse der Umfrage analysiert, die wir im Vorfeld entwickelt hatten. Fruchtbar diskutiert wurde die ganze Zeit.

Die Vorteile der EU : die Wirtschaft ist einer der größten Vorteile der EU. Der europäische Binnenmarkt ist heute von der Wirtschaftskraft her der größte der Welt. Die vier großen Freiheiten des Binnenmarkts, d.h. die Freizügigkeit im Warenverkehr, Kapitalverkehr sowie hinsichtlich des Verkehrsvon Dienstleistungen und Arbeitskräften ist hierbei unabdinglich. Die Europäische Währungsunion ist eng mit der EU verbunden und Chancengleichheit zwischen konkurrierenden Unternehmen sowie die Harmonisierung und Standardanpassung sind als wichtiges Ziel definiert. Durch das Zusammenwachsen der EU-Mitgliedstaaten wurde auch die Zusammenarbeit im Bereichder inneren Sicherheit und der Kriminalitätsbekämpfung verstärkt. Im Bereich Innovation hat die EU als supranationale Institution die Möglichkeit, seine Größe zunutzen und Riesen wie China und den USA etwas entgegenzusetzen.

Die Probleme der EU : Trotz vieler Vorteile gibt es in der EU allerdings auch zahlreiche Probleme, zuletzt vor allem in einzelnen Mitgliedsstaaten. Das Beispiel was wohl den meisten als Erstes einfällt ist Groß-Britannien, die sich mit dem Brexit dafür entschieden haben die EU zu verlassen. Wirtschaftlich bereitet zuletzt vor allem Italien Probleme. Mit den neuen Finanzplänen wird schwerwiegend gegen EU Haushaltsrecht verstoßen. Der erste Haushaltsplan der populistischen Regierung in Italien sieht eine Neuverschuldung von 2,4% des BIP vor, dreimal so viel, wie ursprünglich mit Brüssel abgemacht. Viele Bürger haben generelle Ängste Bezüglich Europas: Bürger der wohlhabenderen Mietgliedstaaten fürchten finanziell angeschlagen Länder unterstützen zu müssen und so an Wohlstand zu verlieren.

Bildung in Europa : Wieso gibt es eigentlich Europa ? Brauchen wir es heute noch und wenn ja, wofür eigentlich? Viele, vor allem auch junge Menschen, stellen sich heute diese und viele weitere Fragen über den Sinn und Zweck Europas. Genau deshalb ist es so wichtig, Kindern und Jugendlichen schon früh durch Bildung die Chance zu geben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Für uns steht deshalb die Vermittlung europaorientierter Kompetenzen im Vordergrund. Dafür wurde bereits der Leitfaden „Europa in der Schule“ entwickelt, der bisher noch viel zu unbekannt ist. Eine Annäherung der europaweiten Standards von Abschlüssen, vor allem Studienabschlüssen, würde den innereuropäischen Bildungsaustausch massiv vorantreiben. Bologna legte dafür 1999 den Grundstein, jedoch kann dies noch nicht das endgültige Ziel sein, gibt es heute noch zu viele Barrieren bei ausländischen Studienbewerbungen und der Anerkennung von Leistungen aus dem Ausland.

Zukunftsorientierte Nachhaltgkeits- und Infrastrukturpolitik der EU : Gerade für junge Menschen könnten die Möglichkeiten zur Vernetzung innerhalb Europas deutlich verbessert werden. Beispielsweise könnten gewerbliche Kooperationen oder Start-up-Förderungen nicht nur auf nationaler, sondern auch europäischer Ebene stattfinden und ausgeweitet werden. Damit die Wirtschaftsstandort Europa weiterhin attraktiv bleibt, sollte die EU den Unternehmergeist durch Initiativen fördern und gerade junge Start-ups durch finanzielle Mittel unterstützen. Zudem ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur sinnvoll, beispielsweise die Implementierung einer EU-weiten Stellen- und Praktikaplattform, die Studienabgänger über nationale Grenzen hinaus an Unternehmen vermittelt. Auch im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit könnte die EU konsequenter agieren.

Die Auswertung unserer Studie haben wir anhand 2 Altersgruppen durchgeführt. Zum einen 18-25, mehrheitlich Studierende und zum anderen 40-64. In beiden Gruppen fordern ca. 80% mehr Europa spezifische Themen in den Lehrplänen. Die Mehrheit ist zudem der Meinung, ein einheitliches Bildungs- und vor allem Studiensystem in der EU einzuführen. Insgesamt haben wir 83 Vorschläge erhalten, wie die EU Innovation fördern kann. Was schön zu sehen war, waren ganz spezifische Vorschläge wie zum Beispiel kostenfreie Patentberatung. Gerade die Studierenden forderten wiederholt mehr Unterstützung für Startups. Während die 40-64 eher klassische Vorschläge genannt haben, wie Fördermittel, Subventionen.

Zeit :
22. Oktober 2018 | 18:00 Uhr
 
Ort :
Universität Mannheim
Ehrenhof West, 1. Obergeschoss, EW 156
 
Moderation:
FSK II Französisch Studierende und Dr. Caroline MARY-FRANSSEN (Uni Mannheim & DFV)
 
Organisiert von :
 
Kooperation :