Deutsch-französische Perspektiven im Dialog

Das Netzwerk der universitären Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland organisiert eine Reihe unter der Überschrift „Deutsch-französische Perspektiven im Dialog“. Ziel der Reihe ist es, aktuelle Kernthemen der deutsch-französischen Zusammenarbeit zu reflektieren, Konvergenzen aber auch Divergenzen aufzuspüren und somit neue Perspektiven zu eröffnen. Die Reihe will Expert*innen zu Wort kommen lassen, die Analysen anbieten und Handlungsoptionen formulieren.

Die Online-Veranstaltung Europas digitale Zukunft“ bildet den Auftakt zu dieser Reihe.

Die Corona-Krise hat in Europa einen vehementen Digitalisierungsschub zur Folge gehabt. Damit wurde ein Prozess beschleunigt, der schon jetzt alle Gesellschaftsbereiche durchdringt und im Begriff ist, diese grundlegend zu verändern. Nun geht es darum, die positiven Potenziale des digitalen Wandels auszuschöpfen und den Wandel aktiv, regulatorisch und nachhaltig zu gestalten, ihn zugleich aber kritisch reflektierend zu begleiten. Die EU-Kommission hat bereits im Februar 2020 einen breitangelegten Aktionsplan für die Digitalisierung vorgelegt und angekündigt, Europa binnen weniger Jahre zu „einer globalen digitalen Schlüsselfigur“ machen zu wollen. Doch der Weg dahin wird noch lang sein, zumal die EU-Mitgliedsstaaten untereinander große Unterschiede aufweisen.

Wie kann die EU den Anschluss an die Weltspitze schaffen und ihre Souveränität in diesem strategischen Bereich auf- bzw. auszubauen? Welche Rolle können Deutschland und Frankreich dabei spielen? Welche Digitalisierung wollen wir eigentlich? Wie umfassend soll und darf sie Auswirkungen auf unseren Alltag, unsere Wahrnehmungen und Entscheidungen haben?

Diese Fragen stellen sich vor dem Hintergrund drängender Probleme: Die Digitalisierung findet in einem ökonomischen und sozialen Umfeld statt, das durch große Ungleichheiten und asymmetrisch verteilte Zukunftsperspektiven geprägt ist. Zudem ist offen, ob und unter welchen Bedingungen die Digitalisierung die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise begünstigen kann, denn auch Server-Farmen produzieren klimaschädliche Emissionen. Zugleich hat die Gesundheitskrise gezeigt, dass bestimmte Sektoren und Lebensbereiche bis jetzt wenig von der Digitalisierung profitiert haben, etwa Kultur oder Bildung.

Das Netzwerk der universitären Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland lädt zu einem Dialog über diese Fragen. Das Thema betrifft alle beteiligten Institutionen, ob in Forschung, Lehre, Veranstaltungsmanagement oder Organisation. Wissenschaftsinstitutionen sind von den aktuellen Herausforderungen ebenso betroffen wie öffentlich-rechtliche Medienanstalten, Telekommunikations- und Informatikkonzerne, wie auch das jüngst veröffentlichte Grundsatzpapier „European Public Sphere – Gestaltung der Digitalen Souveränität Europas“ zeigt, zu dessen Autorinnen und Autoren prominente Akademiker zählen, die dazu aufrufen, die nächsten sechs Monate der deutschen EU-Ratspräsidentschaft dazu zu nutzen, eine digitale europäische „Souveränität“ gegenüber den USA und China auf den Weg zu bringen.

Die erste Veranstaltung Gesundheitssystem in Deutschland und Frankreich : Wie können Deutschland und Frankreich voneinander lernen? ist der Auftakt zu einer gemeinsamen Online-Reihe des Netzwerks der universitären Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland.

Ziel der Konferenz ist es, den unterschiedliche nationale Umgang mit der Corona-Krise zu vergleichen. Wie sehen konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Systeme aus? In welchen Punkten können Deutschland und Frankreich voneinander lernen?

Format :

Online-Konferenz, via Zoom.

Datum und Ort :

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 26. November 2020 statt, online über Zoom (von 18:30 bis 20:00 Uhr). Anmeldung hier.

Moderatoren :

  • Karin Mertens: Leiterin der Stabsstelle für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Herz-Zentrum der Saar-SHG-Kliniken Völklingen
  • Patrick Jouin: Verantwortlicher für grenzüberschreitende Kooperationen bei der Agence Régionale de Santé der Region Grand Est
  • Pierre Bonati (Moderator): dem Beauftragten für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung einer in Frankreich führenden Versicherungsgesellschaften, der MGEN (Mutuelle Générale de l’Education Nationale).

Organisation :

Organisiert vom CFALor (Centre Franco-Allemand de l’Université de Lorraine), dem Goethe-Institut Nancy, dem Institut Français Saarbrücken und dem Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes.

Weitere Informationen finden Sie hier.