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Vilém Flussers Nomadische Medienphilosophie – Utopie oder Dystopie für Europa?

Bereits um 1990 sah der Medienphilosoph und Kulturtheoretiker Vilém Flusser auf der Grundlage des französischen Online-Dienstes Minitel das vernetzte Haus und die Möglichkeit allgegenwärtiger reziproker Kommunikation voraus. Für Flusser begann damit ein neues „nomadisches Zeitalter“, in dem die „medial durchlöcherten“ Häuser unbewohnbar werden und „Erfahrung und Gefahr“ den „Besitz“ ersetzen. In zwei auf einander aufbauenden Online-Ateliers möchten wir der Frage nachgehen, ob Flussers „medialer Nomadismus“ eine Utopie oder Dystopie für Europa darstellt.

Die Online-Ateliers finden am 20.01.2021 sowie am 27.01.2021 von 12:30-14h statt. Alle interessierten Studierenden und Promovierenden der HHU Düsseldorf können (aktiv) teilnehmen und mit den Flusser-Experten Dr. Anita Jóri (Berlin) und Prof. Rainer Guldin (Lugano) diskutieren, die jeweils Vorträge von ca. 20 – 30 Minuten halten werden. Flankiert werden die Vorträge von jeweils zwei 5minütigen Koreferaten von Düsseldorfer MA-Studierenden, die zentrale Thesen aus dem Werk Flussers im Lichte gegenwärtiger digitaler Transformationen illustrieren.

Thematisiert werden unter anderem das Konzept der „telematischen Gesellschaft“, die Philosophie der Mehrsprachigkeit, Flussers Kritik an der Beschränkung der Kommunikation auf eine Universal- bzw. auf die Nationalsprachen als auch die Frage, inwiefern sich die „nomadische“ Erfahrung der „Bodenlosigkeit“, wie Flusser sie nennt, durch digitale Vernetzung kompensieren lässt.

Format :

Online-Debatte. Am Atelier sollen etwa 25-30 Studierende und Promovierende der HHU Düsseldorf teilnehmen und mit Flusser-Experten diskutieren.

  • Sechs kurze Initiativreferate (jeweils 5 Minuten), die die zentrale Thesen aus dem Werk Flussers illustrieren.
  • Die Initiativreferate sollen mit kurzen Vorträgen (15-20 Minuten) namhafter Flusser-Experten in Dialog treten.
  • Im Anschluss wird die Diskussion für das Publikum geöffnet.

Datum und Ort :

Teil 1: 20.01.2021, 12:30 – 14:00 Uhr – Online-Veranstaltung (https://hhu.webex.com/hhu-en/j.php?MTID=mef2633cfab461943f8dbe2fd7a2b6433), Programm hier

Teil 2: 27.01.2021, 12:30 – 14:00 Uhr – Online-Veranstaltung (https://hhu.webex.com/hhu-en/j.php?MTID=m0f4f5c749094ef489b24f0b65c2fde82), Programm hier

Sprache :

Veranstaltung und Diskussion finden auf Deutsch, Französisch und/oder Englisch statt.

Referenten :

  • Rainer Guldin (Locarno), der sich insbesondere mit Flusser Sprachwechseln und seinem aus diesen resultierendem charakteristischem Duktus und Stil beschäftigt hat.
  • Moderatorinnen : Lena Paluska und Sarah Brandenburg (zwei Studentinnen im Master Romanistik Kulturkontakte an der HHU)

Organisation :

Heinrich Heine Universität Düsseldorf,

Lehrstuhinhaber Abteilung II (Romanistische Sprachwissenschaft)

Univ.-Prof.Dr. Rolf Kailuweit